Was das Rentenpaket für das Handwerk bereit hält
Mit dem Rentenpaket 2025 setzen CDU/CSU und SPD zentrale Vorhaben des Koalitionsvertrages um. Der Gesetzentwurf „zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten“ wurde am 06. August im Bundeskabinett beschlossen. Nun folgt das parlamentarische Verfahren. Ziel ist, das Gesetz noch bis Jahresende durch den Bundestag zu bringen.
Was sich verändert – Die Maßnahmen im Überblick
- Stabilisierung der Haltelinie für das Rentenniveau bis 2031 bei 48 % des Durchschnittslohns
- Vollendung der Anerkennung von Kindererziehungszeiten („Mütterrente III“)
- Abschaffung Anschlussverbot
- Anhebung der Nachhaltigkeitsrücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung von 0,2 auf 0,3 Monatsausgaben
So soll das Rentenpaket finanziert werden
Die Maßnahme zur Stabilisierung des Rentenniveaus bindet die Rentenhöhe bis 2031 an die Lohnentwicklung. Berechnungen zeigen, dass dadurch ab 2029 erhebliche Mehrausgaben anfallen, die jährlich anwachsen: 2029 rund 4,1 Mrd. Euro, 2030 bereits 9,4 Mrd. Euro und 2031 schließlich 11,2 Mrd. Euro. Hinzu kommt die „Mütterrente III“, die eine Gleichstellung von Kindererziehungszeiten vorsieht. Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, können künftig drei Jahre Kindererziehungszeiten geltend machen – statt bisher 2,5 Jahre. Dafür rechnet die Rentenversicherung mit jährlichen Mehrkosten von rund 5 Mrd. Euro.
Finanziert werden die Vorhaben aus Steuermitteln. Das schützt die Beitragszahler kurzfristig, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausgaben für die Rente massiv steigen werden. Schon 2026 wird der Bundeszuschuss an die Rentenversicherung mit 127,8 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert erreichen. Zudem wird der Beitragssatz 2027 voraussichtlich von 18,6 % auf 18,8 % steigen.
Stabile Rente, steigende Kosten: Handwerk fordert Reformen
Für das Handwerk ist klar: Eine stabile Rente ist unverzichtbar. Gerade Handwerkerinnen und Handwerker, die über Jahrzehnte körperlich hart arbeiten, müssen sich auf die gesetzliche Altersversorgung verlassen können. Die Stabilisierung des Rentenniveaus ist daher ein wichtiges Signal.
Gleichzeitig aber wächst die Sorge um die Finanzierbarkeit. Schon heute klafft im Bundeshaushalt eine enorme Lücke – bis 2029 wird ein Fehlbetrag von 172 Mrd. Euro erwartet. Immer größere Teile des Haushalts fließen in die Rentenversicherung. Damit fehlt das Geld an anderer Stelle, etwa für Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung oder Bildung – Themen, die auch für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks entscheidend sind.
Besonders kritisch sieht das Handwerk die Entwicklung der Beitragssätze. Prognosen gehen davon aus, dass der Rentenbeitrag langfristig auf bis zu 22,6 % steigen könnte. Gerade für kleine und mittlere Handwerksbetriebe wie auch ihre Beschäftigten wäre das eine deutliche Belastung. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Klare Reformperspektiven fehlen derzeit. Statt struktureller Lösungen wird bisher auf zusätzliche Steuermittel gesetzt.
Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner hält fest: „Wir brauchen endlich Mut zu echten Reformen. Eine verlässliche Altersabsicherung muss mit einer nachhaltigen Finanzierung einhergehen. Weder dürfen die Beiträge weiter steigen, noch dürfen ältere Menschen im Stich gelassen werden. Die Rente muss endlich grundlegend reformiert werden.“
Stand: 22.09.2025