Handwerk gibt Heimat ein Gesicht

Installation von prägenden Augsburgern im schwäbischen Handwerkermuseum als Dauerausstellung zu sehen

(treu) Das Bild der Heimat ist gerade in unserer Region stark vom Handwerk geprägt. Denn es waren Handwerker und Kunsthandwerker, die auch in Augsburg die beeindruckenden Bauwerke und Kunstobjekte geschaffen haben. Im Rahmen der Langen Kunstnacht 2016, die unter dem Motto „Heimat“ stand, hat Michael Messer, Holzbildhauer und Leiter des schwäbischen Handwerkermuseums der Handwerkskammer für Schwaben (HWK), dazu eine besondere Darstellungsform gefunden.

In weiß lasierte Sperrholzplatten sägte er invers die Köpfe von bekannten Augsburger Persönlichkeiten und fügte diese zu einer Gesamtkomposition im Museumshof zusammen. Die Namen dieser besonderen Augsburger finden sich heute noch in den Namen von Straßen, Schulen und Stadtvierteln der Stadt wieder.

Dargestellt ist Caspar Walter, Zimmerermeister aus Augsburg, der als bedeutendster Brunnenmeister Augsburgs in die Geschichte einging und wegweisend die neuen Technologien am Wasserwerk Rotes Tor entwickelte. In der der Hydraulica Augustana, sind seine Erkenntnisse niedergelegt und fanden im 18. Jahrhundert europaweite hohe Anerkennung. 

Weltbekannt auch Stadtbaumeister Elias Holl, der wie kein anderer mit seinen Renaissancebauten das Bild Augsburgs veränderte und bis in unsere Zeit hinein prägte. Weltbekannt das Augsburger Rathaus mit dem Goldenen Saal, aber auch das Rote Tor, das ja in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schwäbischen Handwerkermuseum liegt.

Künstlerisch tätig waren Johann Matthias Karger, Hofmaler von Maximilian I. von Bayern und für die Ausgestaltung des Goldenen Saals im Augsburger Rathaus zuständig, Hans Holbein der Ältere, einer der bedeutendsten Maler am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance und Simon Grimm, Maler und Kupferstecher, der eine Serie mit Augsburger Stadtansichten fertigte, die authentisch Augsburg im 17. Jahrhundert abbilden.

Als „Flugpionier“ ging der Augsburger Schuster Salomon Idler in die Geschichte ein. Er war besessen von der Idee des Fliegens, scheiterte jedoch beim ersten Versuch kläglich und verbrannte seinen Flugapparat auf einem Feld in Oberhausen. Dennoch gilt Idler als Begründer der Augsburger Luftfahrtgeschichte.

Nach ihm ist eines der liebenswertesten Stadtviertel, das Thelottviertel benannt, doch Johann Andreas Thelott hatte mit der Baukunst rein gar nichts zu tun. Thelott war Goldschmied, Zeichner und Kupferstecher mit einer bedeutenden Werkstätte im Augsburg des 17. Jahrhunderts.



Die Installationen "Handwerk gibt Heimat ein Gesicht" sind nach wie vor im Hof des Schwäbischen Handwerkermuseum als Dauerausstellung zu besichtigen.



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HWK Schwaben