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Vorreiter oder Alleingang - Energiedialog Schwaben 2017

Pressemitteilung

Vorreiter oder Alleingang – Debatte beim Energiedialog Schwaben 2017 über Deutschlands Weg in der Energiewende

 

  • mehr als 350 Besucher beim vierten Energiedialog Schwaben
  • Teilnehmerumfrage: große Mehrheit gegen deutschen Alleingang beim Klimaschutz
  • Keynote von Prof. Dr. Ulrich von Weizsäcker
  • Fachpanels: Einblick in praktische Umsetzung bei Unternehmen
  • erstmals per App und Live-Stream: Umfrage unter Teilnehmern und Interessierten erhebt Meinungsbild zur Energiewende

Augsburg. „Wir können fünfmal so viel Wohlstand aus einer Kilowattstunde herausholen wie derzeit. Energieeffizienz ist ein Schlüssel, um unsere Klimaziele zu erreichen.“ Das hat der Klimaexperte und Ko-Präsident des Club of Rome, Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, am Donnerstag (16. März) in seiner Keynote beim vierten Energiedialog Schwaben betont. Mehr als 350 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie Bürger aus der Region waren der Einladung zum Dialog nach Augsburg gefolgt. Die diesjährige Leitfrage lautete: „Klimaschutz durch Energiewende – Wie sinnvoll ist der deutsche Alleingang?“ Die gemeinsame Veranstaltung von IHK und HWK Schwaben sowie Allgäuer Überlandwerke (AÜW), erdgas schwaben, Lechwerke (LEW), Präg Energie und Stadtwerke Augsburg informierte über das Vorankommen der Energiewende in Bayerisch-Schwaben. Sie zeigte Beispiele aus der Praxis auf und schlug den Bogen von den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft über die nationale und europäische Energie- und Klimapolitik hin zum internationalen Parkett. Neue Formate wie eine Veranstaltungs-App und ein Live-Stream ins Internet schufen Möglichkeiten für Interessierte und Teilnehmer, sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Der vierte Energiedialog Schwaben fand in den Räumlichkeiten der HWK Schwaben statt. Als Gastgeber begrüßte HWK-Präsident Hans-Peter Rauch. Er betonte die Wichtigkeit des Wissensaustauschs untereinander und verwies auf die Verantwortung der  schwäbischen Wirtschaft für den Umweltschutz.

Energie Dialog Schwaben 2017 Weizsäcker
Andreas Lode



Diskussion per App: kein deutscher Alleingang beim Klimaschutz

Mit einbezogen wurden während des Abends auch die Ergebnisse der Online-Umfrage unter Teilnehmern und Interessierten: Ein Drittel der Befragten halten danach einen deutschen Alleingang beim Klimaschutz für richtig, zwei Drittel sprachen sich dagegen aus. Große Skepsis herrschte bei der Frage, ob Deutschland seine Ziel, bis 2030 die Emissionen von Kohlendioxid um 55 Prozent zu senken, erreichen würde: 16 Prozent der Teilnehmer sagten „ja“, rund 60 Prozent verneinten, der Rest war unentschlossen.

Klimaschutz: Deutschland als Vorbild

Durch den Abend führte die Radio- und Fernsehmoderatorin Ursula Heller. Sie moderierte im Anschluss an die Keynote auch die Podiumsdiskussion zu Status und Zukunft des Klimaschutzes und der Energiewende. Damit die Erderwärmung gestoppt werden könne, müsse Deutschland seine Anstrengungen verstärken, betonte Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator von CARE International und Vorstandmitglied von Germanwatch. Er warnte am Abend: „Deutschland kann eine Vorreiterrolle für den internationalen Klimaschutz einnehmen, droht derzeit aber, den Anschluss zu verlieren.“ Er betonte die Bedeutung von gemeinsamen europäischen Klimabestrebungen: „Wir dürfen uns nicht an den Langsamsten orientieren, sondern sollten als gutes Beispiel vorangehen.“

Kosten: Transparenz schafft Akzeptanz

Aus Sicht des Verbraucherschutzes wurden vor allem die Kosten für den Umbau der Energieversorgung in Deutschland auf dem Podium thematisiert. Heidemarie Krause-Böhm, Leiterin des Referats Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit der Verbraucherzentale Bayern e.V., plädierte für mehr Gerechtigkeit: „Mit einer effizienteren Förderung sowie der Kürzung von Industrie-Privilegien können die Kosten für die Energiewende, die bisher vor allem Verbraucher und Handel über den Strompreis tragen, gerechter auf alle Schultern verteilt werden.“

Sie verwies darauf, dass Bürger Planungssicherheit ihrer Energiekosten bräuchten. Auch Transparenz sei wichtig. Sie trüge dazu bei, die Akzeptanz von Energiewende und Klimaschutz weiter zu erhöhen.

Energie Dialog Schwwaben_Alfred Kailing, Yvonne Kuen und Andrea Mossler
Andreas Lode



Wirtschaft: verbindliche Rahmenbedingungen sichern Arbeitsplätze

Auf die Bedeutung des Themas Planungssicherheit wies auch Dr. Ralf Bartels, Abteilungsleiter Energiewende und Nachhaltigkeit der Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie, hin. „Die Energiewende ist wichtig und richtig. Wir sind zum Erfolg verurteilt und müssen jetzt das „Wie“ der Ausgestaltung klären.“ Er plädierte für mehr Technologieoffenheit bei der Zukunft der deutschen Energiewirtschaft: „Wir brauchen die Innovationskraft der energieintensiven Industrie, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.“ Von Seiten der Gesetzgebung brauche es mehr verbindliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen in den Wirtschaftsstandort Deutschland investieren würden. Planungssicherheit schaffe und erhalte hier auch Arbeitsplätze.

Großes Interesse an Praxisbeispielen

Erstmals fanden zusätzlich zur Abendveranstaltung drei Fachpanels zu aktuellen Energiethemen statt. Rund 240 Teilnehmer informierten sich am Nachmittag über die praktische Umsetzung von intelligenten Speicherlösungen, Energieeffizienz im Unternehmen durch Digitalisierung sowie alternative Konzepte der Wärme- und Kälteversorgung. Die Neuerung wurde von den Eingeladenen gut angenommen, die Plätze waren restlos belegt.

Weitere Informationen, Bilder und Videos gibt es unter www.energiedialog-schwaben.de





Über den Energiedialog Schwaben

Der Energiedialog Schwaben ist eine gemeinsame Veranstaltung von: Allgäuer Überlandwerke (AÜW), erdgas schwaben, HWK Schwaben, IHK Schwaben, Lechwerke (LEW), Präg Energie und Stadtwerke Augsburg. Er bietet eine Plattform, auf der Experten mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über Chancen und Herausforderungen der Energiewende in der Region diskutieren. Die Veranstaltung informiert über das Vorankommen des Generationenprojekts in Bayerisch-Schwaben und schafft Möglichkeiten, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.
2017 findet der Energiedialog Schwaben bereits zum vierten Mal statt, Gastgeber ist die HWK Schwaben. Zusätzlich zur Abendveranstaltung werden erstmals Fachpanels zu aktuellen Energiethemen angeboten.
Weitere Informationen sowie Fotos und Videobeiträge gibt es unter www.energiedialog-schwaben.de .

Dipl.-Ing. Alfred Kailing

Geschäftsbereichsleiter Beratung und Recht

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