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Corona Krise: Informationen zu Ausbildung und Prämien

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Stand: 03.09.2020



Mit Wirkung ab dem 06. Mai 2020 entfällt die seit 20. März 2020 verhängte allgemeine Ausgangsbeschränkung in Bayern. Die bestehende Kontaktbeschränkung und das Distanzgebot gelten fort. Betriebe können seit diesem Datum wieder öffnen. Informationen zu Besonderheiten und Schutzmaßnahmen finden Sie hier.



 Ein Hinweis zu den diversen Ausbildungsprämien bzw. -zuschüssen, die aktuell in den Medien erwähnt werden Informationen zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" finden Sie hier.



1. Berufsschulen

Wie geht es an bayerischen Schulen im Herbst 2020/2021 weiter?

Ziel ist ein Regelbetrieb unter bestimmten Hygieneauflagen. Schülerinnen und Schüler sollen demnach wieder im Präsenzunterricht an ihrer Schule unterrichtet werden. Dabei gelten weiterhin besondere Hygienevorgaben, um den Anforderungen des Infektionsschutzes gerecht zu werden.

Nähere Informationen zu Unterricht und Stundenplanung erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Berufsschule.

Zudem können Sie weitere Informationen zum Unterrichtsbetrieb den FAQ des Bayerischen Kultusministeriums entnehmen.

Extra-Information nach dem „Schulgipfel“ am 31.08.2020 in der Bayerischen Staatskanzlei:
In den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres (d. h. bis einschließlich 18.09.2020) gilt eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auf dem Schulgelände und auch im Unterricht. Dadurch soll das Infektionsrisiko durch Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer in den ersten Schultagen so weit wie möglich minimiert werden.

Die Bayerisches Staatsregierung überwacht das aktuelle Infektionsgeschehen. Sollten sich daraus kurzfristige Änderungen für den Schulbetrieb ergeben, werden wir Sie darüber an dieser Stelle informieren.



2. Finden die ÜLU-Kurse statt?

Seit 11.05.2020 findet die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung schrittweise wieder statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.



3. Darf der Auszubildende von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich besteht die Pflicht, die Ausbildung im Betrieb fortzusetzen. Der Auszubildende darf die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Für die Zeit der Freistellung ist die Vergütung gemäß § 19 BBiG fortzuzahlen.



4. Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?

Wird die wöchentliche Arbeitszeit der Mitarbeiter aufgrund von Kurzarbeit verkürzt, sind Auszubildende zunächst von dieser Regelung ausgenommen. Aufgrund der Ausbildungspflicht müssen Betriebe die Ausbildung auch während der Kurzarbeit ordentlich weiterführen.

Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

  1. Vorziehen der erst später geplanten Ausbildungsinhalte
  2. interne Vermittlung fachtheoretischer und fachpraktischer Kenntnisse
  3. Führen des Ausbildungsnachweises sowie Anfertigen der von Ihnen geforderten Fachberichte – sowie Ihre Einsichtnahme und Unterschrift
  4. Zur-Verfügung-Stellen der geeigneten Fachliteratur oder berufsbezogener Online-Plattformen zur Erweiterung des Kenntnisstandes
  5. Einrichten von Lernzeiten für den Berufsschulstoff
  6. Prüfungsvorbereitungsmaßnahmen im Betrieb (schriftliche, praktische Übungen, Simulieren einer praktischen Prüfungsaufgabe)


Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben. Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). 

Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.



Kurzarbeitergeld

Nach Anordnung von Kurzarbeit im Betrieb gilt für den Auszubildenden ein 6-wöchiger Vergütungsanspruch nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG. Es besteht in dieser Zeit kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Im Anschluss daran kann über die Agentur für Arbeit ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld für Auszubildende geprüft werden.



Die aktuellen Informationen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks vom 25. März 2020 haben wir für Sie hier zusammengefasst. Wir werden Sie auch weiterhin zeitnah und aktuell zu diesem Thema informieren.



5. Kann für Ausbilder/-innen Kurzarbeit angeordnet werden?

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.



6. Kann der Auszubildende in den Urlaub geschickt werden?

Beim volljährigen Auszubildenden kann es nach gemeinsamer Absprache und auf Wunsch des Auszubildenden außerdem zum Abbau vorhandener Überstunden kommen. Auf Wunsch bzw. Antrag der/des Auszubildenden/Erziehungsberechtigten und nach gemeinsamer Abstimmung kann ggf. der bereits erworbene Urlaubsanspruch aus 2020 gewährt werden.

Unter Berücksichtigung dringender betrieblicher Belange kann Urlaub auch angeordnet werden. Dies kann z.B. eine unvorhergesehene Krise sein, in der der Arbeitgeber durch Lieferengpässe oder ausbleibende Kunden keine Beschäftigungsmöglichkeit hat. Wichtig hierbei ist aber, dass auch in diesen Fällen ein Teil des Urlaubes in der Verfügung des Auszubildenden bleiben muss. 



7. Praktika

Praktika zum Kennenlernen der zukünftigen Auszubildenden

Praktika sind ein hilfreiches Mittel, um vor Abschluss eines Ausbildungsvertrags festzustellen, ob eine erfolgreiche Zusammenarbeit für die Dauer der Ausbildungszeit möglich erscheint.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Betriebe und Jugendliche teilweise verunsichert, ob Praktika zum aktuellen Zeitpunkt erlaubt sind. Laut Kultusministerium können derzeit Betriebspraktika durchgeführt werden.

Neben den Schulpraktika können auch freiwillige Praktika absolviert werden.

Bei allen Praktikumsarten ist natürlich wichtig, dass die Auflagen zum Infektionsschutz eingehalten werden.



8. Wann werden die abgesagten Ausbildungsprüfungen nachgeholt?

Weitere Informationen zu Prüfungen und Ansprechpartnern finden Sie hier.

9. Ansprechpartner

Für weitere Fragen zum Thema Ausbildung stehen Ihnen die Ausbildungsberater der Handwerkskammer gerne zur Verfügung.

 



Die Informationen wurden auf Basis des aktuellen Sachstandes erstellt. Sie erfolgen ohne Gewähr und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.