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HWK Schwaben

PressemitteilungTopmodern und zukunftsweisend

Über 7.000 m² Nutzfläche, Schulungsmöglichkeiten für acht Fachbereiche im Handwerk, Gesamtkosten von 50 Millionen Euro. Das sind drei Kennzahlen des neuen Berufsbildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer für Schwaben (HWK), das am 6. Mai 2022 offiziell eröffnet wurde. Der erste Bauabschnitt des Gebäudes ist seit 2016, der zweite Bauabschnitt seit 2020 in Betrieb. Wegen der Einschränkungen durch die Coronapandemie musste der Festakt jedoch um zwei Jahre verschoben werden. Der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt erfolgte 2014. Jährlich werden bei Volllast rund 10.000 Nachwuchskräfte des Handwerks im Rahmen der ÜLU (Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung) und der Meisterkurse in diesen Räumlichkeiten unterrichtet und geschult. Der moderne zweigeschossige Neubau befindet sich auf dem HWK-eigenen Gelände in Augsburg, direkt am Zoo. „Für das schwäbische Handwerk ist dies die größte Investition in seiner Geschichte und wir sind froh und gleichermaßen stolz, den Nachwuchskräften im Handwerk topmoderne und zukunftsweisende Schulungsmöglichkeiten anbieten zu können“, freuen sich Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben, und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. Die Handwerkskammer hat für die Gesamtmaßnahme rund 20 Millionen Euro aus dem eigenen Budget zur Verfügung gestellt.

Mehr als ein Werkstattgebäude

Von außen besticht der Bau durch eine klare Linienführung und die dezente Gebäudehülle aus Aluminium. Das Ensemble fügt sich perfekt in die Umgebung des Naherholungsgebietes am Siebentischwald ein, doch sieht der Betrachter auf den ersten Blick, dass es sich hier um ein besonderes Gebäude handelt. Auf 100 m Länge sind über zwei Stockwerke verteilt die Gewerke Elektrotechnik, Malen und Lackieren, Feinwerktechnik und Zerspanung, Metallbearbeitung, Land- und Baumaschinen, Fotografie, Büromanagement und Schweißtechnik in dem Gebäude untergebracht.

Auch das Innere des Gebäudes ist sachlich-schlicht angelegt. Helle Räume, helle Gangfluchten, keine Schnörkel und kein Firlefanz. Doch in den einzelnen Werkstätten präsentiert sich Technik pur. Die Ausstattung ist auf absolutem Topniveau. Dazu Präsident Rauch: „Eine hochklassige gewerbliche Bildung ist die Basis für die Leistungsfähigkeit der schwäbischen Handwerksunternehmen. Das erfordert von der Lehre bis zur Ausstattung höchstes Niveau. Daran haben wir uns orientiert, umfangreiche Planungen und Überlegungen getätigt und letztlich viel Geld in die Hand genommen“. Denn so Rauch weiter: „Dieses Gebäude ist so flexibel konzipiert, dass es noch über Jahre den Anforderungen unseres Wirtschaftszweigs genügen wird“. Das muss es auch sein, denn im Handwerk sind Ausbildungen breit gefächert. Zu den Basisfertigkeiten eines Berufsbildes kommen, wie zum Beispiel beim Metallbauer, weitere Fachrichtungen wie Konstruktionstechnik, Nutzfahrzeugbau und Metallgestaltung. Dafür müssen moderne und zeitgemäße Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Professionelle Ausstattung

Star ist die CNC-Werkstatt mit Programmierarbeitsplätzen für Feinwerk- und Zerspanungstechnik. Dort befinden sich nagelneue Bearbeitungszentren. Allein die 5-Achsen-Simultanbearbeitungsmaschine hat rund 500 000 Euro gekostet. Auf diesem Gerät ist hochpräzise Metallbearbeitung und Filigrantechnik von sehr harten Werkstoffen möglich.

Gesteuert werden solche Maschinen digital. Die Fachkräfte – Gesellen wie Meister – müssen in der Lage sein, solche Arbeitsprozesse zu programmieren. Daher befindet sich direkt neben dem CNC-Maschinenraum der dazugehörige Programmierlehrsaal mit 12 Bildschirmarbeitsplätzen. Jeder ist mit einem eigenen Rechner und Programmiertableau ausgestattet und steht in direkter Verbindung zum unterrichtenden Lehrmeister. Über interaktive Medientechnik und einen Visualizer ist der Lehrstoff optimal zu vermitteln.

Ebenso topmodern sind auch die Werkstätten in der Maler- und Lackierer-Technik ausgestattet. Zusätzlich zu mehreren Werkstatt- und Vorbereitungsräumen wurden hochmoderne Spritz- und Trockenkabinen eingerichtet. Mit einem Lastenaufzug ist es möglich, dass sogar Fahrzeuge in die Schulungsräume transportiert werden können.

Auch in der Land- und Baumaschinentechnik steht die praktische Anwendung am Gerät im Vordergrund. Die HWK Schwaben verfügt in diesem Bereich über mehrere Traktoren und diverse Anbaugeräte sowie einen modernen Bagger. So gibt es beispielsweise eine schallgedämmte Kabine, in der Traktoren auf Hydraulikprobleme geprüft werden können, ohne dass Abgase und Lärm den Unterricht belasten.

„Unser Angebot ist technisch auf topaktuellen Stand“, betont Hauptgeschäftsführer Wagner. „Denn viele Unternehmen, die uns ihre Azubis zur ÜLU schicken, verfügen selbst über moderne Anlagen. Auf diesem Niveau müssen auch wir arbeiten.“ Neben den Werkstätten und Übungseinheiten stehen auch optimal ausgestattete Theorielehrsäle und Sozialräume zur Verfügung. Doch moderne Räumlichkeiten und Maschinen sind von Bedeutung, aber nicht das einzig Entscheidende. Für eine erfolgreiche Ausbildung braucht es auch Lehrmeisterinnen und Lehrmeister, Dozenten und Fachreferenten, die über hohe Kompetenz, Engagement, Fachwissen und Fertigkeiten sowie über pädagogisches Geschick verfügen. Momentan unterrichten 21 festangestellte Lehrmeisterinnen und Lehrmeister im BTZ Augsburg.

Förderung durch Bund und Land

Von den Gesamtkosten in Höhe von knapp 50 Millionen Euro waren rund 40 Millionen Euro förderfähig. Diese wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesinstitut für Berufsbildung mit einer Förderquote von 45 Prozent in Höhe von knapp 18 Millionen Euro bezuschusst – auf Landesebene vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit einer Förderquote von 30 Prozent in Höhe von knapp 12 Millionen Euro.

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