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FAQs zum Thema Flucht und Asyl

Wir beraten Sie und helfen weiter!



Von A wie Aufenthaltsstatus bis Z wie Zeugnisse

Die häufigsten Fragen unserer Betriebe zum Thema "Flüchtlinge und Asylbewerber in Arbeit oder Ausbildung" beantworten wir hier in aller Kürze. Alle weiteren Fragen beantwortet Ihnen gerne unser Team "Migration, Flucht und Asyl".



Dürfen Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge und Geduldete arbeiten?

Generell besteht eine Wartezeit (Beschäftigungsverbot) von 3 Monaten ab Einreise bzw. Asylantrag. Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern, wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien, dürfen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Anerkannte Flüchtlinge
besitzen in aller Regel eine Aufenthaltserlaubnis und eine Arbeitserlaubnis ("Erwerbstätigkeit gestattet"). Für sie gelten somit alle Regelungen, die grundsätzlich auch für deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer mit einer Aufenthaltserlaubnis gelten.

Bei Asylsuchenden mit Aufenthaltsgestattung und Personen mit Duldung ("Erwerbstätigkeit nicht gestattet") muss eine Beschäftigungserlaubnis von der Ausländerbehörde erteilt werden. Unsere Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den Einstellungsprozess.



 Unser Tipp:
Im Ausweis finden Sie die erforderlichen Informationen über den Aufenthaltsstatus (Aufenthaltsgestattung / Aufenthaltsduldung / Aufenthaltserlaubnis / Fiktionsbescheinigung) und die Beschäftigungserlaubnis.



Einstiegsqualifizierung (EQ) auch für Flüchtlinge möglich?

Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich an einer EQ teilnehmen. Hier müssen Sie keine Besonderheiten berücksichtigen.

Geduldete und Asylbewerber dürfen grundsätzlich nach 3 Monaten mit Erlaubnis der Ausländerbehörde an einer EQ teilnehmen.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Einstiegsqualifizierung.





Dürfen Flüchtlinge eine Ausbildung machen?

Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich ohne Einschränkungen eine betriebliche Berufsausbildung aufnehmen.

Geduldete und Asylbewerber dürfen grundsätzlich mit Erlaubnis der Ausländerbehörde eine betriebliche Berufsausbildung aufnehmen. Die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist nicht erforderlich, sofern es sich um einen staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf handelt.
Geduldete dürfen in diesem Fall sofort mit der betrieblichen Berufsausbildung beginnen. Für Asylbewerber beträgt die Wartefrist 3 Monate.





Reichen die Sprachkenntnisse für eine Ausbildung?

Für eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung muss von einem Sprachniveau bei Beginn der Ausbildung von mindestens B1 nach dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen ausgegangen werden. Bis zur Abschlussprüfung sollte sich das Niveau auf mindestens B2 entwickeln.



 Unser Tipp:
Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen unter: www.europaeischer-referenzrahmen.de



Dürfen Flüchtlinge ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) in Anspruch nehmen?

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis können grundsätzlich durch abH gefördert werden.

Personen mit Duldung können nach einem Voraufenthalt von 12 Monaten durch abH gefördert werden.

Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive können nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland durch abH gefördert werden. 





 

Dürfen Flüchtlinge eine Assistierte Ausbildung (AsA) machen?

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis können grundsätzlich durch AsA gefördert werden.

Personen mit Duldung können nach einem Voraufenthalt von 12 Monaten durch AsA gefördert werden.

Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive können nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland durch AsA gefördert werden. 

Ob im Einzelfall die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben sind, klären Sie am besten mit dem Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit vor Ort.

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Erhalten Flüchtlinge eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)?

Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis können grundsätzlich durch BAB gefördert werden.

Personen mit Duldung können nach einem Voraufenthalt von 15 Monaten durch BAB gefördert werden.

Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive können nach 15 Monaten Voraufenthalt in Deutschland BAB bekommen, außer sie wohnen noch in einer Aufnahmeeinrichtung.







Wie muss ich Flüchtlinge entlohnen?

Bei tarifgebundenen Gewerken ist der Tarif anzuwenden. Fällt der Arbeitgeber in den Geltungsbereich eines Branchenmindestlohns oder eines für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrages, ist er zu dessen Anwendung verpflichtet.Trifft von dem genannten nichts zu, ist die für die Tätigkeit in der Region ortsübliche Entlohnung zu bezahlen. Der gesetzliche Mindestlohn ist somit nur die unterste Grenze.







Welche Förderungen bekommen Betriebe, die Flüchtlinge ausbilden?

Abhängig vom Aufenthaltsstatus des Geflüchteten stehen verschiedene Förderungen zur Verfügung, z. B. Fit-for-Work , WeGebAu, Eingliederungszuschuss, etc. Unsere Berater stehen Ihnen gerne zur Verfügung.



Zeugnisse aus dem Herkunftsland

Aus dem Lebenslauf ist die Schulausbildung bzw. die Berufserfahrung der Geflüchteten ersichtlich. Im Heimatland erworbene Abschlüsse sind nicht mit denen in Deutschland vergleichbar. Vorhandene Schulzeugnisse können jedoch bei der Zeugnisanerkennungsstelle für den Freistaat Bayern geprüft werden und mit deutschen Schulabschlüssen verglichen werden.

Unsere Berater stehen Ihnen gerne zur Verfügung.





Was bedeutet die Regelung 3+2?

Jugendliche Geflüchtete erhalten nach dem neuen Integrationsgesetz (5.8.2016) für die Gesamtdauer der Ausbildung eine Duldung. Nach erfolgreichem Abschluss wird bei anschließender Beschäftigung ein Aufenthaltsrecht für zwei Jahre erteilt. Wer nicht im Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt wird, bekommt zur Arbeitsplatzsuche eine weitere Duldung für sechs Monate.

Bei Ausbildungsabbruch gibt es einmalig eine weitere Duldung für sechs Monate, um einen neuen Ausbildungsplatz zu suchen. Das Aufenthaltsrecht wird widerrufen, wenn das anschließende Beschäftigungsverhältnis aufgelöst wird sowie bei Verurteilungen wegen einer vorsätzlichen Straftat.

Diese Regelung soll Rechtssicherheit für den Geflüchteten und für den Ausbildungsbetrieb sicherstellen.